Digitalisierung

Der Absturz der alles veränderte: Die Geschichte hinter Ambossa

Wie aus einem Handwerksbetrieb, unzähligen Überstunden und dem Wunsch nach einem einfacheren Büroalltag die Idee für Ambossa entstand. Die persönliche Gründungsgeschichte unserer drei Gründer und warum aus ihrem größten Problem eine Mission wurde.

Fabian RichartzFabian Richartz20. Juli 202612 Min
Die Gründer von Ambossa: Zettelchaos im Handwerksbetrieb

Große Unternehmen entstehen selten aus großen Ideen. Meist entstehen sie aus großen Problemen.

Es gibt Momente, in denen man noch nicht weiß, dass sich das eigene Leben gerade verändert. Es war bereits spät am Abend. Die Baustelle war geschafft, unsere Mitarbeiter längst zu Hause. Eigentlich hätten auch wir Feierabend machen können. Stattdessen saßen wir noch im Büro. Vor uns lag eines der größten Angebote, das wir bis dahin jemals kalkuliert hatten.

Stundenlang hatten wir Position für Position aufgebaut, Leistungen beschrieben, Preise kalkuliert und Formulierungen überarbeitet. Natürlich alles mit Microsoft Word, so arbeiteten wir damals halt, wie viele andere Handwerksbetriebe auch.

Je größer unser Unternehmen wurde, desto mehr Zeit verbrachten wir nach Feierabend im Büro. Während draußen neue Projekte entstanden, warteten drinnen Angebote, Rechnungen, Kalkulationen und jede Menge Papierkram. Wir hatten uns daran gewöhnt, es gehörte eben dazu.

An diesem Abend passierte dann etwas, das wahrscheinlich viele Unternehmer schon einmal erlebt haben. Kurz bevor wir das Angebot fertigstellen konnten, stürzte unser Computer ab. Das Dokument war weg. Ein kompletter Abend Arbeit, in Sekunden verschwunden.

Für einen Moment herrschte Stille. Wir schauten uns an und fragten uns, warum sich die Arbeit im Büro eigentlich komplizierter anfühlte als die Arbeit auf der Baustelle. Schließlich fiel ein Satz, der uns bis heute im Gedächtnis geblieben ist:

„Warum gibt es eigentlich keine Software, die einfach funktioniert?"

Damals war das nur eine Frage, keine Geschäftsidee, kein Businessplan und ganz sicher noch nicht der Beginn eines Softwareunternehmens. Doch rückblickend war genau dieser Moment der Auslöser für alles, was später folgen sollte.

Denn wir hatten plötzlich ein Problem erkannt, das weit größer war als ein verlorenes Word-Dokument. Wir fragten uns, warum Handwerksbetriebe zwar täglich beeindruckende Projekte planen, aber ihre Büroarbeit noch immer mit Werkzeugen erledigen, die dafür nie wirklich gemacht wurden.

Diese Frage ließ uns nicht mehr los. Sie begleitete uns über Monate und irgendwann wurde aus dieser einen Frage die Idee für Ambossa.

Doch die Geschichte von Ambossa begann nicht an diesem Abend. Sie begann viele Jahre früher. Nicht mit Software, nicht mit einem Unternehmen. Sondern mit Menschen, die uns geprägt haben. Mit Familien, die uns Werte mitgegeben haben und mit der Überzeugung, dass man Probleme nicht akzeptiert, sondern löst.

Manche Werte lernt man nicht in der Schule, sondern zu Hause.

Die Geschichte von Ambossa begann lange bevor wir unser erstes Unternehmen gründeten. Sie begann sogar lange bevor wir wussten, dass wir eines Tages Software entwickeln würden. Sie begann in unseren Familien.

Wir sind Cousins und kennen uns, seit wir denken können. Gemeinsam aufzuwachsen bedeutete für uns weit mehr als gemeinsame Geburtstage oder Familienfeiern. Es bedeutete, dieselben Werte vermittelt zu bekommen. Dieselben Vorbilder zu haben und früh zu lernen, dass Verantwortung nichts ist worüber man spricht, sondern etwas, das man übernimmt.

In unseren Familien wurde Arbeit nie als Belastung gesehen. Sie war selbstverständlich. Während andere samstags ausschliefen oder das Wochenende planten, standen bei uns Pflastersteine auf dem Hof, Werkzeug in der Garage oder das nächste Projekt wartete bereits. Es wurde gebaut, repariert und organisiert. Nicht, weil es jemand musste. Sondern weil unsere Eltern und Großeltern überzeugt waren, dass man die Dinge selbst in die Hand nimmt. Als Kinder hinterfragt man das nicht.

Für uns war es normal, dass morgens oft schon Licht im Haus brannte, bevor wir aufgestanden waren. Und dass unsere Väter abends noch arbeiteten, wenn für uns der Tag längst vorbei war. Erst viele Jahre später verstanden wir, was wirklich dahintersteckte.

Nicht der Wunsch, möglichst viel zu arbeiten. Sondern der Wunsch, Verantwortung zu übernehmen. Für die Familie, für Mitarbeiter, für Kunden und für etwas, das man sich mit den eigenen Händen aufbauen wollte.

Diese Haltung hat uns geprägt. Die Überzeugung zu haben, dass Probleme nicht kleiner werden, wenn man über sie spricht, sondern wenn man beginnt, sie zu lösen. Rückblickend glauben wir heute, dass genau dort der eigentliche Grundstein für Ambossa gelegt wurde. Noch lange bevor es Ambossa überhaupt gab.

Doch unsere Geschichte bestand nicht nur aus zwei Cousins, die vom Handwerk geprägt wurden. Zur gleichen Zeit begann viele tausend Kilometer entfernt ein ganz anderer Lebensweg. Einer, der unsere gemeinsame Geschichte Jahre später entscheidend verändern sollte.

Drei Lebenswege. Ein gemeinsamer Traum.

Jede Gründung beginnt mit Menschen, nicht mit einer Idee. Auch Ambossa ist nicht entstanden, weil wir eines Tages beschlossen haben, eine Software zu entwickeln. Ambossa ist entstanden, weil sich drei Lebenswege kreuzten, die unterschiedlicher kaum hätten sein können, und uns trotzdem dieselben Werte mitgegeben haben.

Während wir beide von klein auf in Handwerks- und Unternehmerfamilien aufwuchsen, begann Alis Geschichte viele tausend Kilometer entfernt in Teheran.

Ali war gerade einmal dreizehn Jahre alt, als seine Familie den Iran aus politischen Gründen verlassen musste. Seine Eltern trafen die Entscheidung, ihr bisheriges Leben zurückzulassen und in Deutschland noch einmal ganz von vorne anzufangen. Sie ließen ihre Heimat, ihre Freunde und ihre berufliche Existenz hinter sich, in der Hoffnung, ihren Kindern eine Zukunft in Freiheit zu ermöglichen.

Was sie mitbrachten, passte in wenige Koffer. Was sie nie verloren, waren ihre Werte. Bildung, Disziplin und der feste Glaube daran, dass man sich alles im Leben erarbeiten muss, waren in ihrer Familie selbstverständlich. Nach ihrer Ankunft in Deutschland bedeutete das vor allem eines, nicht stehen bleiben! Die Sprache lernen, Arbeiten, sich integrieren, nicht irgendwann, sondern sofort.

Diese Haltung prägte die ganze Familie. Ali lernte in beeindruckender Geschwindigkeit Deutsch und absolvierte sein Abitur als einer der besten Schüler seines Jahrgangs. Anschließend begann er ein Studium der Elektrotechnik, bevor er seiner eigentlichen Leidenschaft folgte und zur Informatik wechselte.

Viele Jahre bevor Ambossa überhaupt ein Thema wurde, kreuzten sich unsere Wege. Fabian und Ali lernten sich am ersten Tag auf einem neuen Gymnasium kennen. Beide kamen von unterschiedlichen Schulen. Beide kannten dort fast niemanden. Was als zufälliges Gespräch begann, entwickelte sich schnell zu einer engen Freundschaft.

Schon damals war klar, wir beide teilen denselben Traum. Wir wollten irgendwann etwas Eigenes aufbauen. Heute, mehr als zehn Jahre später, wissen wir: Aus diesem Gedanken wurde eine Freundschaft, aus dieser Freundschaft wurde Vertrauen. Und genau dieses Vertrauen wurde später zu einem der wichtigsten Fundamente von Ambossa.

Doch bevor aus einem gemeinsamen Traum ein gemeinsames Unternehmen werden konnte, mussten wir erst lernen, was Unternehmertum wirklich bedeutet. Und das begann mit einem Auftrag im Wert von gerade einmal 600 Euro.

Als 600 Euro plötzlich wie ein Vermögen wirkten

Es gibt diesen einen Moment, den wahrscheinlich jeder Unternehmer kennt. Den Moment, in dem aus einer Idee plötzlich Realität wird. Nicht, weil man ein Unternehmen gegründet hat, sondern weil zum ersten Mal ein Mensch bereit ist, einem sein Vertrauen zu schenken.

Nach der Schule gingen unsere Wege zunächst auseinander. Max entschied sich für eine Ausbildung zum Kfz-Mechatroniker im Nutzfahrzeugbereich. Fabian sammelte parallel in seiner Ausbildung kaufmännische Erfahrungen. Was nicht auseinander ging, war bei beiden der immer stärker werdende Wunsch, selbst unternehmerische Verantwortung zu übernehmen.

Während wir erste praktische Erfahrungen sammelten, beschäftigte Ali sich immer intensiver mit der Welt der Softwareentwicklung. Auch wenn jeder von uns seinen eigenen Weg verfolgte, verloren wir unser gemeinsames Ziel nie aus den Augen. Wir wollten irgendwann etwas Eigenes aufbauen. Doch bevor daraus ein Startup werden konnte, entstand etwas völlig anderes.

Neben unseren Vollzeitjobs gründeten wir eine kleine Garten- und Landschaftsbau GbR. Anfangs waren es kleine Arbeiten für Familie, Freunde und Bekannte. Eine Terrasse, ein Gartenweg, ein Zaun, Projekte, die überschaubar waren aber mit jedem Auftrag wuchs unser Anspruch, es noch besser zu machen als beim letzten Mal. Irgendwann stellten wir uns eine einfache Frage:

„Warum probieren wir es nicht einfach?"

Also meldeten wir uns auf einer Plattform an, auf der Privatkunden Handwerksaufträge ausschreiben konnten. Kurz darauf kam unsere erste Anfrage, ein fremder Kunde. Unser erster echter Auftrag, besiegelt mit einem Handschlag vor Ort.

Heute klingt eine Auftragssumme von rund 600 Euro nicht besonders spektakulär. Damals fühlte sie sich an wie ein Vermögen. Nicht wegen des Geldes, sondern weil uns zum ersten Mal ein Mensch, der uns überhaupt nicht kannte, sein Vertrauen schenkte. Dieses Gefühl werden wir nie vergessen. Es war der Moment, in dem aus einer Idee Verantwortung wurde. Wir wollten diesen Kunden nicht einfach zufriedenstellen. Wir wollten ihn begeistern.

Von diesem Tag an änderte sich unser Alltag. Tagsüber arbeiteten wir in unseren eigentlichen Berufen. Abends und an den Wochenenden standen wir auf Baustellen. Jeder verdiente Euro floss direkt zurück in das Unternehmen. Erst kamen neue Werkzeuge, dann ein Anhänger, danach Maschinen. Wir zahlten uns kaum etwas aus. Stattdessen investierten wir alles, was wir hatten, in unseren Traum.

Natürlich lief nicht immer alles perfekt, wir hatten den Beruf ja schließlich nicht gelernt. Es gab viele Arbeiten, die wir zum ersten Mal ausführten. Situationen, in denen wir abends Fachbücher lasen, Videos schauten oder erfahrene Handwerker um Rat fragten, weil wir am nächsten Morgen eine Lösung brauchten. Aufzugeben war trotzdem nie eine Option. Unser Satz lautete damals fast immer:

„Machen wir schon."

Nicht, weil wir glaubten, alles zu können. Sondern weil wir wussten, dass wir bereit waren, alles zu lernen.

Doch irgendwann reichten Abende und Wochenenden nicht mehr aus. Unser kleiner Nebenverdienst begann, sich zu einem echten Unternehmen zu entwickeln. Und damit stand plötzlich eine Entscheidung im Raum, die unser Leben komplett verändern sollte.

Der Moment, in dem es keinen Plan B mehr gab

Es gibt Entscheidungen, die trifft man nicht leicht. Und doch gibt es irgendwann einen Moment, an dem man weiß, dass es keinen Sinn mehr ergibt, länger zu warten. Genau an diesem Punkt standen wir.

Was als kleine Garten- und Landschaftsbau GbR neben unseren Vollzeitjobs begonnen hatte, entwickelte sich Schritt für Schritt zu einem echten Unternehmen. Die Aufträge wurden größer, unsere Wochenenden voller und die Urlaubstage gingen komplett für die Baustellen drauf. Immer häufiger standen wir vor der gleichen Frage:

„Wie lange können wir das noch parallel schaffen?"

Tagsüber arbeiteten wir in unseren Berufen. Danach fuhren wir direkt auf die Baustelle. Wenn andere Feierabend machten, begann für uns oft erst der zweite Teil des Tages. Wochenenden waren längst keine freien Tage mehr. Sie waren feste Arbeitstage geworden.

Mit jedem neuen Auftrag wurde klarer, dass wir irgendwann eine Entscheidung treffen mussten. Entweder blieb unser Unternehmen ein Nebenprojekt oder wir geben ihm die Chance, wirklich zu wachsen. Also taten wir etwas, das uns gleichermaßen Respekt und Vorfreude bereitete.

Wir kündigten unsere sicheren Arbeitsplätze. Von diesem Moment an gab es keinen Plan B mehr. Keine Garantie, kein festes Gehalt und keine Sicherheit. Nur das Vertrauen in uns selbst und die Überzeugung, dass sich harte Arbeit irgendwann auszahlen würde. Rückblickend war genau das wahrscheinlich die mutigste Entscheidung unseres bisherigen Lebens. Plötzlich änderte sich alles.

Aus kleineren Privatgärten wurden umfangreiche Außenanlagen. Wir investierten jeden verdienten Euro wieder in den Betrieb. Zum ersten Mal standen Fahrzeuge mit unserem Firmennamen auf Baustellen. Ein Moment, den wir nie vergessen werden.

Mit dem Wachstum veränderte sich auch unser Alltag. Wir stellten unsere ersten Mitarbeiter ein. Aus zwei Cousins wurden Arbeitgeber. Plötzlich trugen wir nicht mehr nur Verantwortung für unsere eigene Zukunft, sondern auch für die Menschen, die jeden Morgen mit uns auf die Baustelle fuhren.

Mit der Zeit wuchs unser Betrieb auf fünf Mitarbeiter. Wir bezogen unser erstes richtiges Büro und später ein eigenes Firmengelände mit Halle, Hof und ausreichend Platz für Maschinen, Fahrzeuge und Material.

Doch während unser Betrieb draußen immer besser funktionierte, entstand im Hintergrund langsam eine ganz andere Baustelle. Eine, die man von außen nicht sehen konnte und die uns schon bald mehr Zeit kosten sollte als jede Baustelle, auf der wir jemals gearbeitet hatten.

Die größte Baustelle begann nach Feierabend

Mit jedem neuen Auftrag wurde unser Betrieb professioneller. Wir planten größere Baustellen und übernahmen immer mehr Verantwortung. Nach außen lief alles so, wie wir es uns immer gewünscht hatten.

Doch jeden Abend wiederholte sich derselbe Ablauf. Sobald die letzte Maschine stillstand und unsere Mitarbeiter nach Hause fuhren, begann für uns ein zweiter Arbeitstag. Nicht auf der Baustelle, sondern im Büro. Angebote schreiben, Rechnungen erstellen, Leistungen kalkulieren, Kunden verwalten und Material nachbestellen.

Es fühlte sich irgendwann so an, als würden wir tagsüber einen Handwerksbetrieb führen und abends versuchen, irgendwie das Chaos dahinter zu organisieren.

Das Verrückte daran war: Wir glaubten damals, das sei völlig normal. Word für Angebote, Excel für Kalkulationen, ein Kalender für Termine, ein anderes Programm für Kundendaten und Notizzettel überall auf dem Schreibtisch.

Je größer unser Unternehmen wurde, desto deutlicher wurden die Folgen. Informationen gingen verloren, Dokumente existierten in mehreren Versionen, Absprachen mussten doppelt getroffen werden und statt Zeit zu sparen, beschäftigten wir uns immer häufiger mit Verwaltung, nicht mit Handwerk.

Also machten wir das, was wahrscheinlich jeder Unternehmer in dieser Situation tun würde. Wir begannen nach einer Software zu suchen. Einer Lösung, die all diese Probleme endlich beseitigen sollte. Wochenlang testierten wir Programme. Wir richteten Testzugänge ein, schauten uns Demos an und verglichen Funktionen. Jedes Mal hofften wir, endlich das Werkzeug gefunden zu haben, das zu unserem Betrieb passte.

Doch dieses Gefühl hielt nie lange an. Manche Programme konnten unglaublich viel, so viel, dass wir das Gefühl hatten, zuerst ein Studium absolvieren zu müssen, bevor wir überhaupt ein Angebot schreiben konnten. Andere waren für einen wachsenden Handwerksbetrieb schlicht zu teuer.

Mit jedem weiteren Test wurde uns klar: Das Problem war nicht, dass es zu wenig Software gab. Das Problem war, dass sie nicht für unseren Arbeitsalltag entwickelt worden war. Sie entstand häufig aus Sicht der Software und nicht aus Sicht des Handwerks. Genau deshalb mussten wir unsere Arbeitsweise immer wieder an die Software anpassen statt umgekehrt.

Diese Erkenntnis ließ uns nicht mehr los. Denn irgendwann stellten wir uns eine Frage, die alles verändern sollte:

„Warum passt sich eigentlich jeder Handwerker an seine Software an und nicht die Software an den Handwerker?"

Diese Frage nahmen wir jeden Abend mit nach Hause. Bis zu jenem Abend, an dem wir wieder einmal stundenlang an einem Angebot gearbeitet hatten und Word abstürzte.

Plötzlich schloss sich der Kreis. Der Frust über einen verlorenen Abend war nicht das eigentliche Problem. Er machte uns nur bewusst, dass das gesamte System, mit dem wir arbeiteten, nicht mehr zu dem Unternehmen passte, das wir aufgebaut hatten.

In dieser Nacht trafen wir eine Entscheidung, nicht spontan, nicht aus einer Laune heraus, sondern aus jahrelanger eigener Erfahrung. Wenn es die Software, die wir uns als Handwerksunternehmer wünschten nicht gab, dann mussten wir sie selbst bauen.

Aus unserem Problem wurde eine Mission

Manchmal verändert eine einzige Entscheidung den gesamten weiteren Weg. Genau so war es bei uns.

Nachdem wir über Jahre unseren eigenen Handwerksbetrieb aufgebaut hatten, wussten wir genau wie es ist, nach zehn Stunden auf der Baustelle noch bis spät in die Nacht Angebote zu schreiben. Wir wussten, wie viele Informationen zwischen Excel-Tabellen, Word-Dokumenten, E-Mails und Notizzetteln verloren gehen können. Und wir wussten vor allem eines: Wir konnten damit nicht die Einzigen sein.

Also begannen wir, mit anderen Handwerksunternehmern zu sprechen. Die Antworten überraschten uns. Egal ob Garten- und Landschaftsbau, SHK, Malerbetrieb oder Fliesenleger. Fast jeder erzählte dieselbe Geschichte. Jeder hatte sich über Jahre seinen eigenen Weg aufgebaut, die Büroarbeit zu erledigen und kaum jemand war wirklich zufrieden. Mit jedem Gespräch wurde uns klarer: Das war kein Problem unseres Unternehmens, das war ein Problem einer ganzen Branche.

In dieser Zeit verbrachten wir unzählige Abende gemeinsam. Max brachte die täglichen Erfahrungen aus dem Handwerksbetrieb mit. Fabian hinterfragte Abläufe, Prozesse und Arbeitsweisen aus der Sicht des Unternehmers und Ali begann, all diese Gedanken in technische Lösungen zu übersetzen. Zum ersten Mal wurde aus unserem gemeinsamen Traum aus Schulzeiten etwas Greifbares.

Wir diskutierten nicht darüber, welche Funktionen sich gut verkaufen würden. Wir stellten uns bei jeder Idee dieselbe Frage:

„Würde uns das damals im eigenen Betrieb wirklich geholfen haben?"

Mit jedem Abend wurde uns klarer, dass wir längst aufgehört hatten, nur unser eigenes Problem lösen zu wollen. Wir wollten etwas entwickeln, das tausenden Handwerksbetrieben jeden Tag Zeit zurückgibt, Zeit für ihre Kunden, Zeit für ihre Mitarbeiter und vor allem Zeit für ihre Familien.

Denn irgendwann wurde uns eine Sache bewusst, die meisten Handwerksunternehmer lieben ihren Beruf, sie lieben es, etwas mit den eigenen Händen zu erschaffen, sie lieben das Ergebnis ihrer Arbeit. Was sie nicht lieben, sind endlose Abende im Büro. Genau deshalb entstand Ambossa. Nicht aus der Begeisterung für Software. Sondern aus dem Wunsch, Handwerksunternehmern genau das zurückzugeben, was ihnen jeden Tag verloren geht: Zeit und Nerven.

Mehr als nur Software

Wenn wir heute auf unseren Weg zurückblicken, wird uns eines besonders bewusst. Ambossa ist nie entstanden, weil wir Software entwickeln wollten. Ambossa ist entstanden, weil wir selbst erlebt haben, wie sich Unternehmertum anfühlt.

Wir wissen, wie es ist, morgens als Erste auf der Baustelle zu stehen und abends als Letzte das Licht im Büro auszumachen. Wir wissen, wie viel Mut es kostet, sichere Arbeitsplätze aufzugeben und wie viele Gedanken einen Unternehmer noch begleiten, wenn der Arbeitstag eigentlich längst vorbei sein sollte.

Diese Erfahrungen kann man nicht aus einem Lehrbuch lernen, man muss sie erleben. Vielleicht ist genau das der Grund, warum wir Ambossa anders entwickeln als andere Anbieter. Wir entwickeln Ambossa für Handwerker, die jeden Morgen Verantwortung übernehmen, für Menschen, die lieber anpacken als reden.

Das Handwerk hat unsere Familien geprägt, es hat uns geprägt und es hat uns gezeigt, dass die wertvollsten Dinge selten über Nacht entstehen. Ein erfolgreiches Unternehmen nicht, Vertrauen nicht und gute Software auch nicht.

Deshalb verstehen wir Ambossa nicht als fertiges Produkt. Sondern als etwas, das gemeinsam mit den Menschen wächst, die es jeden Tag nutzen und Großartiges leisten. Wir werden Fehler machen, hinfallen, dazulernen und wieder aufstehen. Genau wie wir es damals auf unseren ersten Baustellen getan haben.

Denn wir glauben nicht daran, dass gute Lösungen hinter verschlossenen Türen entstehen. Sie entstehen im Alltag, dort wo echte Probleme gelöst werden. Vielleicht können wir mit Ambossa nicht alle Herausforderungen lösen, die das Handwerk heute beschäftigen. Aber wenn wir dazu beitragen, dass Unternehmer abends eine Stunde früher bei ihren Familien sind und wenn weniger Zeit für Bürokratie verloren geht, wenn aus Stress wieder Freude an der eigenen Arbeit wird, dann haben wir genau das erreicht, weshalb wir Ambossa gegründet haben.

Nicht, um eine weitere Handwerkersoftware zu bauen. Sondern um den Menschen etwas zurückzugeben, die jeden Tag Häuser bauen, Straßen pflastern, Wärmepumpen installieren, Dächer decken, Gärten gestalten und unsere Welt Stück für Stück besser machen. Denn wir sind überzeugt:

Handwerk verdient Werkzeuge, die genauso zuverlässig sind wie die Menschen, die jeden Tag damit arbeiten.

Und genau daran arbeiten wir, jeden einzelnen Tag.

Auf gutes Handwerk,
Max, Ali & Fabian
Gründer von Ambossa